Im Laden

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Charun

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Im Laden

from Charun on 02/07/2019 07:30 PM

Regale und Vitrinen reihen sich hier dicht an dicht in dem geräumigen Raum aneinander und lassen dabei keinen Wunsch offen

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Romulus

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Re: Im Laden

from Romulus on 02/07/2019 07:55 PM

Manchmal hinterfragte ich wirklich meine Entscheidung Lehrer zu werden. Natürlich mochte ich die Arbeit, keine Frage, das Streben nach Wissen war ja schon seit Ewigkeiten der Hauptteil meines Lebens und nun, da ich bald am Ende ankommen würde, wäre es ja nur fair dieses weiterzugeben. Doch die Schüler heutzutage...vor knappen hundert Jahren war das alles noch viel leichter. Niemand der groß zurückredete, niemand der dachte er wäre der König der Welt mit seinen 16 Jahren, es war einfacher. Am meisten störten mich ja die Leute, die meinten Dinge wie die Mathematik wären sinnlos. Zwar versuche ich es ihnen zu erklären, warum dem nicht so sei, aber wirklich verstehen taten sie es nicht. Es sollte doch Lösungen für dieses Problem geben, nicht? Eine Möglichkeit, diesen verzogenen Fratzen zu zeigen, dass Wissen der Weg war. Manch einer würde meinen, dass es an der Schule lag, dass die Leute wegen etwas anderem hier waren, aber in den vielen Jahren, die ich nun schon unterrichtete, wurde mir eines klar: Die Schule war völlig irrelevant, die Leute wurden einfach nur von Generation zu Generation dümmer und dümmer.
Die alten Strafen wären doch recht angebracht...dann würden sie es wenigstens lernen, aber die durfte man ja nicht mehr einsetzen. Man musste mit den Kindern ja umgehen, wie mit rohen Eiern. Okay, vielleicht nicht ganz so zart, zumindest nicht ab einem gewissen Alter, aber niemand von denen wusste was wirkliche Strafen waren.
Mein Weg heute führte mich in die Stadt, Nemesis, eigentlich war ich auf der Suche nach irgendetwas, dass ich für meinen Literaturunterricht gebrauchen konnte, waren wenigstens dort nur Schüler, die es interessierte. Für diese tat ich mir dann manchmal auch mehr an und da man mit der Zeit gehen sollte, zumindest manchmal, wollte ich die Stadtbibliothek aufsuchen, blieb aber vor einem ganz anderen Laden stehen. Er war neu, da war ich mir sicher. Ein Antiquitätenladen, zumindest ließ die Auslage darauf schließen. Antiquitäten, das war doch meist auch nur irgendein Ramsch, der nicht älter war wie 50 Jahre, das meiste wahrscheinlich noch neuer. Zumindest konnte ich mir nicht vorstellen, dass es wirklich viel älter sein konnte. Da waren die meisten Dinge meiner Sammlung doch sicher älter und dort drin war wahrscheinlich ein Teenie, für den alles was älter als ein Jahr eine Antiquität war. Doch stand ich noch immer vor dem Laden, interessierte es mich schon, ob meine Einschätzung richtig war, oder das doch mal ein ordentlicher Laden sein konnte. Die Stadt könnte so etwas ja gebrauchen, also einen ordentlichen Laden. Nachdem mein Blick die Auslage noch etwas genauer gemustert hatte, entschied ich mich dann doch dafür hineinzugehen und mich genauer umzusehen. Die ersten Dinge waren sahen sogar schon einmal ein wenig älter aus, aber noch nichts, was wirklich interessant war. Mein Blick glitt zur Kasse. „Sagen Sie, haben sie auch wirkliche An-„ , doch stoppte ich mitten in meiner Frage, als ich sah, wer da den Laden betreute. „Also eine Antiquität habe ich ja gerade gefunden, Mr. Charun. Lange ist's her.", begrüßte ich die Person dann auch gleich leicht amüsiert. Von all den Orten an denen man ihn treffen konnte...



There are a few things I learnt over the years:
1. Silent enim leges inter arma
2. Morality is nothing more than the attitude we have towards people we dislike
3. Humans are the only creatures who refuse to be what they are

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Charun

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Re: Im Laden

from Charun on 02/13/2019 07:34 AM

Geduldig sortierte Charun einige der alten Bücher in eines der duklen Regale ein, welche das Bild des Ladens prägten. Ja, in seinem kleinen Geschäft gab es wirklich viele kleinere und größere Wunder. Man fand hier wirklich alles, was man sich vorstellen konnte. Von nützlichen Alltagsgegenständen bis hin zu waren, antiken Raritäten ... und das waren nur die Dinge, die er regulär verkaufte. Die wahren Kostbarkeiten lagerte er natürlich ganz wo anders. Und sie waren auch nicht für jeder Mann gedacht.
Als er das letzte Buch einsortiert hatte trat er zufrieden einen Schritt zurück und sah sich in seinem Laden um. Er liebte es, sich mit alten Dingen zu umgeben, mochte den Geruch der Zeit, welche schwer in der Luft lag.
Charun war erst vor einigen Wochen in der Stadt angekommen. Er hatte lange mit sich gehadert, ob er wirklich sein friedliches Leben mitten im Nirgendwo aufgeben sollte um in seinem hohen Alter noch einmal ganz neu anzufanen. Doch die Neugier über diesen Ort hatte ihn schließlich hervor gelockt. Er wollte sich die Stadt einmal ganz aus der Nähe ansehen, wo Wesen und Mneschen angeblich friedlich Seite an Seite zusammen lebten. Allerdings hatte er bisher noch nicht viel beeindruckendes gesehen...
Zufrieden ein kleines Liedchen pfeifend schritt er durch den großen, recht zwielichtigen Raum herum und genoss die Ruhe und Erinnerungen, die manche Gegenstände beherbergten als er das leise Bing der Türglocke hörte.
Allerdings änderte es sich schnell, als er sah, wer da sein bescheidenes Heim betreten hatte
"Mr Maximus. Es ist mir eine wahre Freude, Sie wieder zu sehen." begrüßte Charun den ihm wohl bekannten Mann vor sich mit einem dünnen Lächeln auf den Lippen. Er hatte im Laufe der Jahrtausende schon öfter das Vergnügen gehabt, Romulus Festus Gaius Maximus zu begegnen. Nicht immer als Freunde, dennoch immer mit Respekt. Der Blitzphönix war eben auch in mehr als einer Hinsicht eine beeindruckende Gestalt.
"Ich habe nicht damit gerechnet, das Sie sich an einem Ort wie diesen zurück ziehen würden.... Scheinbar ist die Welt doch ein Dorf - wie die Jugend zu sagen pflegt." Jugend, ein Wort was aus dem Mudn von Charun doch seltsam klang. Gallt für ihn doch so gut wie jeder als Jugendlich. Es gab nun einmal nicht viele Wesen, die es schafften so alt wie er zu werden. Romulus Festus Gaius Maximus war jedoch einer von ihnen.
"Wie kann ich Ihnen helfen? Such Sie etwas bestimmtes?"

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Romulus

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Re: Im Laden

from Romulus on 02/14/2019 09:53 PM

Es war schon komisch ihn wiederzusehen, wie jedes Mal, wenn ich ihn sah. Man wusste ja nie, ob der andere noch lebte, aber der alte Knabe würde so schnell nicht von uns gehen, da war ich mir sicher. Schon des Öfteren waren wir uns gegenübergestanden, als Feinde, doch waren wir uns immer ebenwürdig gewesen, weshalb es uns beide noch gab. Irgendwann hatte sich daraus dann ja doch eine Freundschaft entwickelt. Musste ja auch so kommen, mit dem Alter wurde man eben klüger. „Die Freude ist ganz meinerseits. Und wir haben uns doch schon an so vielen chaotischen Orten gesehen, da ist so eine ruhige Gegend doch auch mal erfrischend.", meinte ich amüsiert und ging ein paar Schritte auf ihn zu. „Und das mit dem Zurückziehen kommt mit dem Alter, immer Ausweise fälschen zu müssen und alle zwei drei Jahre in Pension gehen ist halt auch nicht so wirklich das Wahre.", fügte ich noch hinzu. Ja, das war der nervigste Teil an der modernen Zeit. Alles war so Fälschungssicher geworden, doch gab es noch immer Personen, die einem alles besorgen konnten. „Aber Sie hier zu sehen ist auch überraschend. Ist wohl auch das Alter schuld, nehme ich an.", das Alter machte ja selbst den Besten Schwierigkeiten. Doch sollte ich auf seine Frage eingehen, ehe ich sie vergas. „Mit einem Glas Wein wäre mir sicherlich geholfen, aber was ich suche ist etwas anderes. Eigentlich wollte ich zur Stadtbibliothek, neue Lektüre für meine Schüler suchen, dann stach mir allerdings dieser Laden ins Auge und wer weiß, vielleicht haben ja auch Sie etwas hier, das mir weiterhelfen kann.", lud ich mich selbst auf etwas zu trinken ein und erklärte ihm meine Anwesenheit. Es wäre gut mit ihm über vergangene Tage reden zu können und herauszufinden, was einer der besten Assassinen der Geschichte in so einem ruhigen Örtchen so weit im Norden machte. Wenn er sich allerdings wirklich zurückgezogen hatte, so wie ich es schon vor einiger Zeit, so wären die Unterhaltungen nur umso besser. Wann hatten wir nur das letzte Mal Kontakt gehabt? Das muss noch vor dem ganzen Technik-Zeug gewesen sein, mit Briefen. Wie die Zeit verflog...



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Charun

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Re: Im Laden

from Charun on 02/19/2019 06:45 PM

"Das ist auch wieder wahr, mein Verehrtester." bestätigte der Todesengel Romolus Aussage, sie  wären sich schon an seltsameren Orten begegnet. Er musste nicht einmal lange darüber nachdenken um schon das eine oder andere Beispiel dafür zu haben.
"Ja....Auch wenn diese modernen Zeiten äußerst faszinierend sind ...  es ist anstrengend das einfach jeder mit jemden vernetzt ist. Manchmal vermisse ich die alten Tage, wo die Welt noch Groß und Wild war. Auch wenn ich zugeben muss, das Zeiten wie diese für meine Art von Geschäft durchaus auch von Vorteil ist." erneut schlich sein dünnes Lächeln über seine fahlen Lippen. Wenn er ehrlich war - und das war er oft - mochte er diese Zeiten, auch wenn er für sich selbst entschieden hatte, kein Teil mehr davon sein zu wollen. Diese ganze Hektik, das Chaos und der Irrsinn war für einen Außenstehenden überaus unterhaltsam. Die Leute brachten sich in ihren wahnwitzigen bestreben nach Erfüllung und Liebe in äußerst gefährlichen Situationen. Machten sich Abhängig auf eine Weise, die selbst er vor wenigen Jahrzehnten noch für Undenkbar gehalten hatte. Ja, er fand es geradezu faszinieren, das die Menschen und Wesen in all ihrer Vernetztheit und ständigen Erreichbarkeit heute Einsamer waren als je zuvor. Und das es scheinbar nichts auf der Welt gab, das diese kalte Leere in ihnen füllen konnte. Was nicht hieß, das sie es durch geradezu lachhaft übertriebener Konsumgier nicht doch versuchten.
"Sie sind also Lehrer hier an einer der Schulen? Ich hoffe, ihre Schüler wissen es zu schätzen, das Sie ihre wertvolle Zeit dafür verwenden, ihre leeren Köpfe mit Wissen zu füllen. Was sind denn ihre Fächer?" fragte Charun und hob leicht eine Augenbraue. Er selbst hatte hatte bereits darüber nachgedacht, sein Wissen an einer neuen Generation weiter zu geben... Doch letzten Endes gewann seine eigene Bequemlichkeit. Er liebte es einfach, sich mit Geschichte zu umgeben und dem geschehen der Welt nur als Zuschauer bei zu wohnen. Dennoch empfand er nach wie vor großen Respekt vor jenen, die die schwere Last auf sich nahmen, jungen Köpfen die Weisheit des Lebens bei zu bringen.
"Nun, mein Freund, was Ihre erste Anfrage angeht kann ich ihnen durchaus behilflich sein. Ich habe noch einen Vorzüglichen Le Pin gelagert der nur darauf wartet, von einem wahren Kenner genossen zu werden. Wenn Sie wollen hole ich sie und wir machen es uns in meinem Büro bequem... Was die andere Sache angeht: Nun, in diesen Regalen ruht das Wissen vieler Vordenker und Gelehrter. Sagen Sie mir, was genau ihnen vorschwebt und ich kann ihnen sagen, wo Sie es finden. Oder durchfursten Sie gern den Laden auf eigene Faust. Ich verspreche ihnen: Einige meiner Schätze sind fast so alt wie wir beide." Lächelnd bot er Romulus mit einer einfachen Bewegung seiner Hand an, sich in seinem Reich um zu sehen.

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Romulus

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Re: Im Laden

from Romulus on 02/24/2019 12:37 AM

Ja, da hatte der alte Herr recht, früher war die Welt groß und wild, wie er es so schön formulierte, etwas, dass auch ich mehr wie nur vermisste. Doch verstand ich, dass es auch seine Vorteile hatte. Würde mir die moderne Technik mehr liegen, dann würden auch der Unterricht mehr Vorzeigematerialien enthalten können, doch zum einen wollte ich es nicht mehr verstehen und zum anderen waren eben diese Ausflüge wie der hier zu gut, um sie gegen digitalen Schwachsinn zu ersetzen und irgendetwas aus dem Netz zu holen.
„Das kann ich mir wirklich lebhaft vorstellen, wie Sie Ihren Profit dadurch vervielfachen, mein Verehrtester.", erwiderte ich auf seine Aussage und ließ meinen Blick schweifen, als er schon meine vorherige Aussage hinterfragte. Sofort musste ich an meine Anfänge zurückdenken, wie ich zu dem Lehrerdasein gekommen war, doch sollte ich nicht schwelgen sondern auf seine Frage eingehen. „Leider können es nicht alle so schätzen, wie sie es noch vor einigen Jahren taten. Damals gab es noch Respekt, heute ist viel davon verblasst und nur noch wenige sehen die Wege des Wissens. Aber um auf Ihre Frage zurückzukommen, es sind die, welche mir schon immer gelegen sind: Mathematik, Literatur und Latein. Sie sollten es auch mal versuchen, so etwas wie Stealth würde sicherlich gut zu Ihnen passen."
Ja, dieses Fach würde wirklich gut zu ihm passen. Menschenkunde wäre auch eines, für das er sicher die richtige Hand hatte, aber es war ja nur ein Gehirngespinst ihn als Lehrer zu sehen. Er war doch immer schon...eigen.
Doch der Klang des Weines, welchen er mir anbot, brachte mich sowieso auf andere Gedanken. „Sie wissen, wie gerne ich Wein habe und dann verwöhnen Sie mich gleich so? Da kann ich ja gar nicht ablehnen.", meinte ich mit einem herzhaften Lachen, ehe ich noch, „Aber ja, ich werde mal sehen, was sie hier haben, danach können wir uns ja gerne zurückziehen.", hinzufügte.
Mein Blick glitt über all die Dinge die hier waren, doch kam es mir gleich so vor, dass er die erwähnten alten Dinge nicht hier lagern würde, sondern geschützter, wo nicht jeder Teenie mit Colafingern hingriff. So unvorsichtig wäre er nicht. Weshalb ich mich dann auch entschloss weiter zu sehen, in die eher hinteren Regale und Ausstellungen, wo es doch schon interessanter wurde. An einer Ecke fand ich sogar ein Buch, welches mich auf eine Idee brachte. Lange war es her, da hatte ich es gelesen, doch war es nichts für die jungen Geister. Ein Gedankenexperiment, solche sollte es doch auch in neuerer Form geben. „Wissen Sie, ich habe immer noch die zerfetzte Rüstung unserer ersten Begegnung.", sprach ich einfach vor mich hin, nicht wissend, ob er mich hören würde, oder gerade den Wein holte. Es war ein guter Tag damals. Blutig, aber für meine ehemalige Karriere ein Wegweiser. „Die Narben sind zum Glück nach all der Zeit verheilt.", fügte ich noch hinzu. Ja, seine Dolche hinterließen tiefe Narben, doch war ich jedem Einhorn zu Dank verpflichtet, welches ich nach unseren Treffen brauchte.



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Charun

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Re: Im Laden

from Charun on 02/28/2019 10:01 AM

Bei Romolus aussführung seiner Schüler konnte Charun mit einem leichten seufzen nur den Kopf schütteln.
"Ach, die Jugend. Sie wird einfach an den jungen Leuten verschwendet." meinte er, konnte sich dabei aber eines seiner dünnen Lächeln nicht verkneifen. Schließlich, wenn er so zurück dachte, war es nicht schon immer so gewesen? Selbst als er noch ein junger Mann gewesen war wurde von den Alten immer über die Respektlosigleit, den Leichtsinn und die Disziplinlosigkeit der Jugend geschimpft.
Und auch wenn das hier nun andere Zeiten waren und der Blödsinn und der Leichtsinn der Jugend nun ein anderes war: Manche Dinge änderten sich wahrlich nie.
"Ich danke Ihnen für ihr Lob, alter Freund. Aber ich schätze, ich bin für die coolen Kids von heute viel zu Altbacken in meiner Denkweise und meiner Art. Wenn jemand wie Sie schon solche Probleme hat, diese Kinder zu begeistern, sehe ich für mich schon gar keine Möglichkeiten dazu." Dennoch fühlte Charun sich sehr geschmeichelt...Und wenn er ehrlich war, reizte ihn der Gedanke doch schon ein wenig. Vielleicht....Nur Aushilfsweise....
Allerdings war jetzt nicht der Zeit und der Ort um sich weiter mit dem Thema auseinander zu setzen. Schließlich hatte er einen Gast zu bewirten.
"Sie wissen doch, wie es in meiner Kultur heißt, werter Freund: Der Gast meines Hauses ist wie der König eines Landes. Nur das Beste ist da gerade gut genug." erwiederte er und beobachtete mit einem kleinen Anflug von Stolz, wie der Blitz-Phönix begann, sich durch die Geschichte seines Ladens zu arbeiten.
Ja, Charun liebte seine Sammlung und kannte die Geschichte jedes einzelnen Stückes. Selbst jene, die aus jüngerer Zeit stammten. Er war sich sicher, das sein alter Freund seine Sammlung zu schätzen wissen würde. So überließ er es den Blitz-Phönix, sich in den Kostbarkeiten zu verlieren während er selbst schon nach hinten ging, um die versprochene Flasche aus eines der Regale zu holen und zu entstauben. Dabei entgingen ihm dennoch nicht die Worte Romulus und erneut zauberte sich das Schmallippige Lächeln auf sein Gesicht
"Ich erinnere mich noch gut an dem Tag, an dem ich den berühmten und vor allem gefürchteten Legionär Romulus Festus Gaius Maximus zum ersten mal begegnet bin." erwiederte er während er wieder in den Ladenraum trat.
"Sie waren sehr beeindrukend, ihren glänzenden Harnisch, das Schwert fest in der Hand. Eine stattliche Erscheinung....Auch wenn ich gestehen muss, dass ich Sie mir damals bedeutend größer vorsgestellt habe. Immerhin galten sie als die fleischgewordene Inkarnation Jupiters." eine Ansicht, über die man heute nur noch müde Lächeln konnte. Die Legende war nun eben einmal schon immer größer als die Person dahinter.
"Ich besitze leider die Rüstung nicht mehr.... dafür trage ich noch die Narben." Heute würden die Kids wahrscheinlich viel Geld dafür ausgeben, ein solches Branding zu bekommen. Nicht jeder konnte sich mit Brandnarben in Form gegabelter Blitze brüsten.

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Romulus

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Re: Im Laden

from Romulus on 03/11/2019 09:46 AM

Seine Aussage zauberte auch wieder ein Lächeln auf meine Lippen, waren wir einfach ganz auf einer Wellenlänge, etwas, dass ich selten mit jemandem war, gab es kaum noch Leute, die ähnliche Erfahrungen wie ich gemacht hatte, die gleichen Kapitel der Geschichte kannten und mich nur ansatzweise verstanden, doch war das bei diesem Herren anders, wusste er von jedem Wort, welches ich von mir gab und ich bei jedem seiner, genau wie es gemeint war und was dahinter steckte. „Also ich für meinen Teil bin ja froh, nicht mehr so unerfahren und dumm zu sein.", kommentierte ich die Aussage dann doch noch und lachte leicht. Ja, froh war ich wirklich allemal, doch hatten mich diese Erfahrungen geprägt und ich hatte viel gelernt.
Dass er meine Aussage ablehnte, störte mich nicht weiter, war der Beruf nicht für jeden etwas, doch fühlte ich mich geschmeichelt von seiner Aussage, da er mich damit ja sogesehen auf ein Podest über sich stellte. „Manchmal brauchen die jungen Leute aber auch eine erfahrene Meinung. Immerhin wollen sie ja auch so alt werden wie wir. Zumindest manche von ihnen.", widersprach ich ihm dennoch amüsiert. Ja, da gab es die eine oder andere Person, die mir da einfiel.
Während ich die nächsten Teile behutsam begutachtete, vernahm ich seinen Spruch, welchen ich doch schon das eine oder andere Mal von ihm gehört hatte. Es war etwas, dass man sonst von anderen kaum mehr hörte, waren die meisten viel zu sehr auf sich selbst fixiert, als dass sie einen Gast heute noch so behandeln würden, viel zu viel Gier und kein Verständnis. Die gute alte Zeit fehlte einem dann doch immer wieder einmal, was diese Themen anging.
Wieder musste ich amüsiert auflachen, als er auf meine Aussage einging, doch hatte das Lachen einen leicht beschämten Unterton. „Also etwas überheblich war ich damals schon gewesen. Viel zu sehr hatte ich meinen Status genossen und mir steig die Kraft ganz schön über den Kopf. Die Legenden hatte ich ja nur selbst noch verbreitet. Beschämend wenn man jetzt darüber nachdenkt. Heute bin ich wirklich froh darüber, dass sie mir damals Einhalt geboten haben und mich von meinem hohen Ross etwas runtergeholt hatten. Sonst wäre ich noch verrückt geworden.", kam es von mir kopfschüttelnd über mich selbst. „Aber selbst, wenn sie die Rüstung nicht mehr haben, wenigstens bleiben die Erinnerungen. Erinnern Sie sich noch an die Soldaten und deren Blicke, während sie langsam von uns weichten und immer weiter zurück gingen um nicht in die Schusslinie zu geraten?", fügte ich dann noch amüsiert hinzu, während ich mich dann von den ganzen Dingen in seinem Laden wegtrat und mich zu ihm umdrehte, nur um die Weinflasche in seinen Händen mit einem Lächeln zu sehen. „Dann ziehen wir uns mal zurück, Sie kennen den Laden sicher bis auf den kleinsten Zentimeter und mich kennen Sie auch, vielleicht fällt Ihnen bei einem Glas ja ein, wofür ich mein Geld hierlassen könnte.", kam es freundlich von mir, während ich auf ihn zutrat.



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Re: Im Laden

from Charun on 03/28/2019 10:11 AM

Erinnerungen, ja davon hatte Charun eine Menge. Gute und Schlechte. Und er hütete sie alle wie einen unbezahlbaren Schatz.
Wie Sie schon sagten, alter Freund. Sie waren Jung. Und wie jeder andere Junge auch ein Narr. Mir ging es ja ähnlich. Ich dachte, allein mit meinem Verstand und meiner Kraft alles erreichen zu können... Nun, wie die Jahre zeigten, es gibt immer jemanden der ein wenig schlauer, ein bisschen stärker ist als man selbst." und das war auch gut so. Wie langweilig wäre die Welt, wenn man niemanden hätte, an dem man sich messen kann.
Im Hinterzimmer befüllte Charun seinem Gast einen Kristallkelch mit der kostbaren Flüssigkeit und riechte sie ihm mit einem schmalen Lächeln
"Ich erinnere mich. Den Anblick großer, tapferer Krieger in voller Rüstung die Angsterfüllt zurück zucken vergisst man selbst nach fast zweitausend Jahren nicht." nahm er dabei das Gespärch wieder auf, wobei er sich ein kleines Glucksen nicht verkneifen konmte.
"Dieser Tag, er war in vielerlei Hinsicht etwas besonderes. Für die Dauer eines Kampfes hielt die ganze Welt gefühlt den Atem an....In den Augen der Menschen waren wir Gott und Teufel in einem...." über diesen Gedanken schüttelte der Todesengel lächelnd den Kopf.
"Nun, ich hätte etwas, was sie faszinieren könnte. Wenn gleich es jedoch unverkäuflich ist. Aber für Sie hol ich es heraus." Und mit diesen Worten öffnete er eine alten Schrank, woraus er eine alte Eichenholzkiste nahm, welche mit Gold und Bronze beschlagen wurden war.
Andächtig öffnete er es und holte aus seinem inneren eine altes, Ledernes Spielfeld und verschiedenfarbige, aus Knochen geschnitzte Spielfiguren heraus
Hnefatafl, ein Spiel seiner Jugend das er bis zum heutigen Tag liebte. Nur leider gab es nicht mehr viele Menschen, mit denen er es spielen konnte. Was schade war, schulte es das strategische Denken doch im mindesten genau so gut wie das Schach, welches Hnefatafl später einmal abgelöst hatte.
Mit seinen Brüdern hatte Charun lange vor dem Spielbrett, das entweder aus Tierhaut oder Holz gefertigt gewesen war, gesessen und die verschiedensten Strategien ausprobiert, bis er später schließlich von niemanden mehr darin geschlagen wurde.
Natürlich war dies nicht mehr das Spiel, das er als Junge gespielt hatte. Nein, diese Version hatte er sich einige Jahre später angeeignet. Als weißer und vorrauschichtliger gerworden war.
"Wie sieht es aus, alter Freund. Trauen Sie sich noch einmal eine Runde mit mir zu?"

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Romulus

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Re: Im Laden

from Romulus on 04/06/2019 08:56 PM

Mit dem alten Mann ging ich also rein in das Hinterzimmer, wo er uns dann auch gleich diesen kostbaren Tropfen einschenkte und mir reichte. Mit einem leichten respektvollen Nicken prostete ich dem Herren zu, ehe ich einmal den Geruch durch meine Nase ziehen ließ und einfach nur genoss. Auf die Aussage seinerseits, welches das Gespräch fortsetzte, musste ich leicht erheitert schmunzeln. Ja, der Krieg der Götter. Mit jeder Aussage hatte er Recht. Es war unvergesslich. Und doch vermisste ich es selten, waren wir jung und dumm. Und im Nachhinein wirkte sowieso alles glorreicher, als es in Wirklichkeit war. Für einen Moment versank ich in Gedanken über die Zeit und die von ihm schon genannten Gesichter der Truppen, ehe er mich mit einer Aussage, welche meine Aufmerksamkeit erweckte, riss. Mein Blick folgte dem seinen, als er zu einem der alten Schränke ging und eine antik wirkende Kiste herausnahm. Im ersten Moment erkannte ich nicht einmal, was er denn da gerade herausholte, nein, es dauerte ein paar Momente, ehe ich dies mit einem breiten Lächeln dann tat. „Es ist zwar nichts, was die Leute um uns herum in Staunen versetzen würde, aber das tut es gerade mich, hätte ich nicht gedacht, dass Sie so etwas rumliegen haben.", meinte ich erstaunt und amüsiert über den Schatz des Todesengels. „Ewig ist es seit meiner letzten Partie her, aber so ein Angebot kann ich natürlich nicht ablehnen.", bestätigte ich dann seine Herausforderung, ehe ich einen Schluck des Weines kostete. Die Aromen durchströmten meine Sinne und für einen Moment des Genusses schloss ich meine Augen. „Kompliment.", kam es dann knapp von mir für den Tropfen, ehe ich meine Augen wieder öffnete und das Spielfeld noch einmal unter die Lupe nahm. „Entschuldigen Sie aber schon jetzt Fehler, welche sicher auftreten werden und informieren Sie mich ruhig über diese. Etwas eingerostet bin ich leider wirklich.", informierte ich ihn sicherheitshalber nochmal, ehe er dachte, ich würde ihn übers Ohr hauen wollen mit dem einen oder anderen verbotenen Zug.



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